Formale Äquivalenz ist ein Übersetzungskonzept, das eine möglichst weitgehende Entsprechung zwischen der Form des Ausgangstextes und der des Zieltextes anstrebt, indem Wortstellung, grammatische Struktur und lexikalische Zuordnung so genau wie möglich bewahrt werden. In der Praxis führt dies häufig zu interlinearen, Wort-für-Wort-Übersetzungen, die sprachliche Transparenz gegenüber stilistischer Natürlichkeit priorisieren. Im Rahmen der Evidence-Based Biblical Studies (EBBS) wird formale Äquivalenz geschätzt, weil sie die zugrunde liegenden sprachlichen Daten sichtbar und nachvollziehbar macht. Zugleich erkennt EBBS ihre Grenzen: Eine strikt formale Entsprechung kann idiomatische Bedeutung verdecken, Mehrdeutigkeit verstärken und die Interpretationslast auf den Leser verlagern. Aus diesem Grund fungiert formale Äquivalenz in EBBS als kontrollierte analytische Strategie und nicht als Standard- oder normativ überlegene Übersetzungsweise.
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